
Unsere Ansichten sind nicht immer bequem, aber sie müssen ausgesprochen werden!
Freiwillige und Menschen mit Behinderung unterstützen sich gegenseitig.
Leider hören wir oft verletzende und diskriminierende Bemerkungen wie:
„Ihhh, wie eklig, schau dir den an, wie er sabbert.“
„Kind, spiel nicht mit dem geistig behinderten Kind.“
„Mein Gott, was für Ausdrücke der benutzt!“
„Vor Rollstuhlfahrern sollte man sich in Acht nehmen.“
„Mit dem Kind spielst du nicht, nachher bist du auch so!“
„Pass auf, der ist blind – wer weiß, ob der dich nicht schlägt! Und der Blindenhund könnte beißen!“
Solche Worte kommen von Menschen ohne sichtbare Behinderung.
Ohne Behinderung?
Wir finden, dass diese Menschen eine große Barriere haben – in ihrer Denkweise und Ausdrucksweise!
Denken sie jemals daran, dass auch sie durch einen Unfall oder eine Krankheit betroffen sein könnten?
Wir nennen diese Haltung „Niedenker“ oder „Ich-Denker“.
Jeder Mensch sollte seine Vorurteile hinterfragen, vor allem junge Familien, die Verantwortung in der Erziehung tragen.
Eine Behinderung ist weder etwas Böses noch etwas Schlechtes – es ist eine Lebenssituation, die erklärt und verstanden werden kann. Dafür sind wir da!
Update 20.01.2025 / Peter Schöpe
Unfassbar! Vor längerer Zeit gingen wir an unserer Bushaltestelle vorbei, um zu unserem Auto zu gelangen. Dort trafen wir eine uns gut bekannte Dame mit ihrem schwer behinderten Sohn, der im Rollstuhl sitzt. Er leidet an einer sehr schweren spastischen Lähmung – alle seine Muskeln sind gelähmt, sein Rückenmark und Gehirn sind schwerst geschädigt.
An der Haltestelle stand auch eine junge Mutter mit zwei kleinen Kindern. Die Kinder fragten neugierig, warum der Mann in einem so seltsamen Stuhl sitze. Die Antwort der Mutter war erschreckend und absolut inakzeptabel: „Schaut da nicht hin, solche Menschen sind dumm und krank. Man kann sich bei denen anstecken, also bleibt lieber weg!“
Ich konnte das nicht unkommentiert lassen und sagte der Mutter ruhig, aber bestimmt: „Erzählen Sie Ihren Kindern nicht solchen Unsinn! Stattdessen sollten Sie ihnen erklären, dass der Mann schwer krank ist und an einer Behinderung leidet. Klären Sie Ihre Kinder auf, aber richtig!“
Die Mutter reagierte darauf patzig und meinte, ich solle mich nicht in ihre Erziehung einmischen. Meine Antwort war ein klares „DOCH!“ Es ist unsere Verantwortung, uns einzumischen, wenn solche Dinge gesagt werden. Was sollen Ihre Kinder tun, wenn ihnen selbst einmal etwas passiert und sie in eine ähnliche Situation kommen? Schweigen und ignorieren?
Ich fügte hinzu: „Ich weiß, wer Sie sind und wo Sie wohnen. Wollen Sie wirklich eine Anzeige wegen Diskriminierung einer schwerbehinderten Person riskieren? Sie wären nicht die Erste.“ Plötzlich wurde die Mutter still. Nach einer Weile entschuldigte sie sich bei der betroffenen Mutter, die völlig aufgelöst war und nicht einmal in der Lage war, den Bus zu betreten. Wir boten an, die beiden zum Arzt zu fahren. Am Ende entschuldigte sich die Frau auch bei uns und versprach, ihren Kindern zu Hause alles zu erklären. Sie bat uns, von einer Anzeige abzusehen.
Ob sie das tatsächlich getan hat, bezweifle ich. Traurigerweise erlebe ich immer wieder, dass viele Menschen gar nicht darüber nachdenken, was sie sagen, bis sie selbst betroffen sind.
Es fehlt eindeutig an Aufklärung über das Leben von schwerstbehinderten Menschen und auch an echter Inklusion. Ich bin zwar nicht politisch aktiv, aber unabhängig davon sage ich ganz klar: Die Politik muss endlich handeln, egal, wer gerade regiert!
Die UN-Behindertenrechtskonvention wurde von der Bundesrepublik Deutschland am 24. Februar 2009 ratifiziert. Das sind jetzt 15 Jahre.
Und was hat sich getan?
Leider nichts!