
Wer ist der Verein überhaupt?
Einblicke von unserem 1. Vorsitzenden Peter Schöpe.
Schauen wir uns das genauer an: "Woraus besteht der Verein?"
Jeder Verein, auch unser Behinderten Handicap Radio e.V., setzt sich aus Mitgliedern zusammen, die ein gemeinsames Interesse teilen.
Doch wer sind diese Mitglieder bei uns?
Sind es Fremde, die ich nicht kenne und mit denen ich nichts zu tun habe?
Oder ist es nur der Vorstand?
Nein, der Verein, das sind wir ALLE. Behinderten Handicap Radio e.V., das sind wir, das ist jeder Einzelne von uns.
Der Vorstand ist lediglich ein aus unseren Reihen gewähltes Gremium, das ehrenamtlich bestimmte Aufgaben und Pflichten im Namen aller Mitglieder übernimmt.
Doch jedes Vorstandsmitglied bleibt gleichzeitig ein Vereinsmitglied mit den gleichen Rechten wie alle anderen.
Warum hört man dann manchmal den Satz: "Das geht mich nichts an, das ist Vereinssache, das sollen ‘DIE’ regeln!"?
Wer sind diese ‘DIE’?
Das ist doch ein Widerspruch in sich, oder?
Oft hört man auch Beschwerden, dass es wieder einmal überall dreckig und unordentlich ist.
Aber woher kommt der Dreck? Ist es Stroh, das beim Abladen verloren ging? Oder ist es vielleicht Schmutz, den wir selbst hinterlassen haben?
Das bedeutet doch, dass wir selbst diesen Schmutz wegräumen müssen, der durch uns entstanden ist!
Manchmal fühlt man sich nur als zahlendes Mitglied und denkt vielleicht: "Ich zahle, also bekomme ich eine Leistung und der Rest geht mich nichts an."
Aber wer so denkt, sollte sich vielleicht einen Nobelverein suchen, dort mehr bezahlen und dafür mehr Komfort und Service bekommen. Doch wer soll bei uns ‘den Rest’ machen?
Der Verein – und das sind wir alle.
Natürlich hat jeder unterschiedliche Gründe, hier zu sein. Aber jeder wusste, dass es keinen professionellen, bezahlten Betreiber gibt, der die ganze Arbeit übernimmt.
Ist das nicht ein großer Vorteil?
So können wir sicher sein, dass unser Geld direkt in den Verein fließt.
Seit der Gründung unseres Vereins befinden wir uns in einem kleinen Teufelskreis: Einige Mitglieder leisten überdurchschnittlich viel, andere helfen, so gut sie können, und manche sind eher bei den Feierlichkeiten aktiv als bei der Arbeit.
Es ist klar, dass nicht jeder gleich viel Zeit hat oder jede Aufgabe übernehmen kann. Aber es ist unvermeidlich, dass diejenigen, die viel arbeiten, sich irgendwann alleingelassen fühlen und die Motivation verlieren.
Schlimm ist, dass oft hohe Erwartungen an die gestellt werden, die viel Zeit und Mühe investieren.
Wenn ein Mitglied regelmäßig sechs Stunden in der Woche arbeitet und dann mal nur zwei Stunden aussetzt, heißt es schnell: "Der tut ja auch nichts mehr!"
Ist das nicht ungerecht?
Was wäre der Verein – was wären wir – ohne diese engagierten Mitglieder?
Wenn es darum geht, Freiwillige für eine anstehende Aufgabe zu finden, hört man oft: "Warum schon wieder ich?
Warum nicht mal jemand anderes, der schon länger nichts mehr getan hat?"
Was ist der Maßstab für unser Handeln – das gute oder das schlechte Beispiel?
Und warum tun wir das alles?
Für den Verein – also für uns!
Warum muss man jedes Mal Freiwillige suchen und um Hilfe bitten?
Jeder sieht die anstehende Arbeit und könnte vielleicht auch einmal selbst etwas anpacken.
Natürlich gibt es Aufgaben, die organisiert und vorbereitet werden müssen (hier kommt der Vorstand ins Spiel), aber warum kann man nicht einfach mal selbst eine lose Zaunlatte festnageln oder den Hof fegen, nachdem Schmutz hinterlassen wurde?
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, mit diesen Herausforderungen umzugehen: Wir lassen alles, wie es ist, und riskieren, dass engagierte Mitglieder ihre Motivation verlieren, weil sie sich als die "Dummen" fühlen, die die Arbeit freiwillig, in ihrer Freizeit und ehrenamtlich machen.
Alles bleibt, wie es ist, und vieles geht nach und nach kaputt. Aber das entspricht sicher nicht den gemeinsamen Interessen, unter denen wir uns im Verein zusammengefunden haben.
Wir sollten uns bemühen, unser Bestes zu geben, uns gegenseitig motivieren und einander nicht das Leben schwer machen.
Natürlich lassen sich Meinungsverschiedenheiten nicht immer vermeiden, aber auch diese kann man mit konstruktivem Denken und Verhalten lösen.
Diese Gedanken zu unserem Vereinsleben sollen keine Standpauke sein, sondern einfach zum Nachdenken anregen.
Es wäre schön, wenn sich jeder seine eigenen Gedanken dazu macht und sich in irgendeinem Punkt angesprochen fühlt.
Vielleicht sollten wir uns öfter in die Lage des anderen versetzen, um dessen Standpunkt besser zu verstehen. Toleranz und Verständnis für die Anliegen anderer helfen uns dabei.
Wir sollten uns alle in Zukunft häufiger auf unser gemeinsames Ziel besinnen: die Behindertenarbeit und den Verein, der diese Arbeit trägt – nämlich uns!
Eine zentrale Frage sollte im Vordergrund stehen:
„Wie können wir alle gemeinsam, ohne einzelne zu stark zu belasten, konstruktiv zu einem Vereinsleben beitragen, das allen Entspannung, Freude und Freizeitqualität bietet?“
